Ein Reisebericht über die Crufts in Birmingham


Wir sind eine Familie aus Thüringen und hatten zwar schon mal was von der größten Hundeausstellung in England gehört aber so richtig sind wir erst am 31.3.01 in Luxemburg damit konfrontiert worden. Unser Rüde Ken" Wille" v. Panoramaweg erhielt dort die Qualifikationskarte. Wir konnten am anfang nichts mit dieser Karte anfangen und fragten erst mal am Richtertisch nach. Dort erklärte man uns was es mit dieser Karte auf sich hatte. Wir überlegten lange ob wir fahren sollten oder nicht. Als erstes suchten wir Leute die von dieser Ausstellung wussten und auch dort vielleicht schon mal waren. Da mein Mann ein sehr großes Organisationstalent besitzt hatten wir schnell Erfolg. Familie Bernd und Rita Voelxen aus Andernach, Besitzer des Zwingers von der Krahnenburg, beriet uns einfach super. Er sagte aber auch das wir nicht mit Hund fahren sollten, weil es sehr anstrengend werden würde, für uns und hauptsächlich den Hund. Er hatte recht! Aber trotz alle dem haben wir es nicht bereut und auch Ken" Wille" überstand die Ausstellung gut. Weiterhin möchten wir uns bei der Familie Völxen aus Luxemburg bedanken, die uns im Vorfeld ein Video über die Cruft, zur Verfügung stellte.
Birmingham

Als erstes gingen wir zu unserem Tierarzt der uns die Einreisebestimmungen mitteilte. Es war der größte Absatz auf dieser Broschüre und wir schauten uns erst einmal sehr erstaunt an. Dort stand was mit Chipen, Titerbestimmung( Blutwert), Zeckenbehandlung, Wurmimpfung(!), EU und Eftabestimmungen (bestimmte Länder nicht besucht haben), Amts- und Tierärztliches Gesundheitszeugnis. Na ja es wollte halt jeder was zu tun haben. Es schlich sich der Gedanke langsam ein - das schaffen wir nie-. Aber auf der anderen Seite war es auch eine Herausforderung für uns. Wir beschlossen (obwohl uns alle Leute für verrückt erklärten, was ja vernarrte Doggenbesitzer sind) nach Birmingham zu fahren. Herr Völzen besorgte uns den Meldeschein und half uns auch bei dem ganzem Schriftchaos, denn leider konnte keiner von uns Englisch. An dieser Stelle möchten wir uns ganz sehr bei der Familie Völzen bedanken, denn ohne ihre Hilfe hätten wir es nie geschafft.



Nachdem wir nun alle Ämter beschäftigt hatten fuhren wir endlich am 5.3. um die Mittagszeit los. Abends waren wir dann ohne Zwischenfälle, in Calais ( Frankreich).Wir bekamen keine Übernachtung und schliefen dann mit Keni im Auto. Am anderen Morgen setzten wir dann mit der Fähre nach Dover über, es regnete natürlich in England . Der Links Verkehr wurde nun harte Realität für uns. Auf der Fähre lernten wir eine Familie kennen, die als Besucher, die Crufts anschauen wollten. Gemeinsam fuhren wir nach Birmingham. Diese Familie hatte zwei Zimmer bestellt aber sie brauchten nur eins. Wir freuten uns sehr das wir für die kommende Nacht ein gutes Lager hatten. Am Abend wurde bei den Männern der Campertrieb wach und sie grillten für uns Frauen Bratwürste. Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen und gingen mit einwenig Herzklopfen dann ins Bett.

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Am nächsten Morgen machten wir ein richtiges englisches Frühstück. Gut gestärkt fuhren wir dann auf die Ausstellung. Allein die großen und vielen Parkplätze ließen uns schon staunen. Man sagte uns, wir sollten uns genau merken wo unser Auto stände, sonst würden wir Stunden suchen. Was wir auch nach der Ausstellung taten. Wir liefen zu der Ausstellung und suchten dann erst einmal die Halle 5 wo die Doggen gerichtet wurden. Die Hallen waren komplett mit Teppichen ausgelegt. Man sagte uns jeder Hund muss in eine Box. Ich regte mich erst einmal auf, mein Hund in eine Box, nicht mit meinem Keni! Aber was war das?! Ich kannte nur die" Käfige" von unseren Ausstellungen. Diese waren nicht damit zu vergleichen. Sie waren aus Holz etwas erhöht vorne und oben offen. Keni hatte sie gleich für gut befunden und legt sich ohne zu zögern rein. Oberhalb der Box war auch die Startnummer angebracht, so das jeder Interessierte Aussteller oder Besucher den Hund auch finden und anschauen konnte. Die Ringe sind drei bis vier mal so groß wie in Deutschland. Wobei man erwähnen muss das dort alle Farbschläge von einer Klasse, im Ring gerichtet werden.



Es waren 257 Doggen insgesamt gemeldet. In unserer Klasse waren es 20 Doggen. Der Farbschlag gelb war am meisten vertreten. Wenn man sich umschaute sah man gelb, gelb und noch mal gelb. Die Atmosphäre in der Halle war sehr ruhig und harmonisch. Hundegebell hörte man sehr, sehr selten. In der Halle war auch der Löseplatz! Der wahrscheinlich jede Stunde gesäubert wurde. Wir sahen dort und auf dem ganzem Ausstellungsgelände nie einen Haufen liegen. Der Flair dieser Ausstellung ist mit keiner, die wir kennen, zu vergleichen. Auf dieser Ausstellung sind nur Champions Hunde und so wurden diese und deren Besitzer auch behandelt. Man zeigte so viel Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor dem Tier, was wir noch nie erlebt haben. Sie waren die " Könige" dieser Ausstellung. Das ganze - drum herum- um den Hund wurde dort an erste Stelle gesetzt. Auch die vielen Stände und Artikel für den Hund und Besitzer hat unsere Vorstellungen gesprengt. Es gab so viel Servispersonal, so das zu jeder Zeit jemand da war, wenn man Fragen oder Probleme hatte. Es war einfach gigantisch!



Dann war es soweit! Ken"Wille" musste in den Ring. Mein Mann stellte ihn vor, natürlich mit Anzug und Krawatte, was dort normal und in gewisser weise Pflicht ist.

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Doggen stehen dort im Ring wie Statuen, es kommt einem vor, dass sich nicht einmal die Augen bewegen. Der Vorführer stellt den Hund in eine Richtung und dann bleiben diese wie angewurzelt stehen. Aber nicht mein Keni, er musste nach Frauchen schauen und die stand natürlich auf der verkehrten Seite. Es brachte auch nichts das ich auf die andere lief, er konnte mich nicht sehen, wegen der vielen Zuschauer am Ring und jede Beeinflussung außerhalb vom Ring ist verboten. Ken meisterte das Richten für uns sehr gut. Der Englische Standart unterscheidet sich sehr von unserem. Eine ausgewachsene Hündin sieht dort so aus wie bei uns eine halbwüchsige und Rüden wie Hündinnen. Das Gesamtbild von diesen Doggen sieht sehr harmonisch und elegant aus. Mir persönlich gefielen die Hündinnen besonders gut. Wie elegante Rehe. Nach dem Ausstellen und sprachlichen Schwierigkeiten mit anderen Züchtern aus England ( wurden aber durch Gesten und Englisch stottern aus der Welt geschafft) traten wir unsere Heimreise an. Unser Auto stellten wir auf dem Westparkplatz ab aber wo war jetzt dieser? Nach langem laufen hatten wir den Südparkplatz gefunden! Also wieder zurück und unterwegs fragen wo wir den richtigen finden könnten. Uns wurde der richtige weg schnell gezeigt und wir waren sehr froh unser Auto wieder gefunden zu haben.



Als erstes wurde Ken richtig verwöhnt, großes Leckerli und Plüschi, weil er es so gut gemeistert hatte! Den Parkplatz zu verlassen dauerte dann, durch absolutes Verkehrschaos, ca.2 Stunden. Dann waren wir endlich auf der Autobahn!!! Wir wollten so schnell wie möglich nach Hause. Wir kamen auch sehr zügig voran bis wir kurz vor London, auf einem Autobahnkreuz, die falsche Abfahrt nahmen. Gib es zu Frank, Du wolltest mir London 2 Stunden bei Nacht, zeigen! Nein Corina Du lügst es waren nur 1 Stunden! Jetzt lernten wir perfekt Linksverkehr! Ich habe es nicht bereut sooo viiiel von London zu sehen diese Stadt ist herrlich, natürlich auch bei Nacht! Um 23.11 Uhr flogen wir, in den Fährhafen, von Dover ein. Natürlich verpassten wir unsere Fähre um haaresbreite. Aber die nächste fuhr schon 2 Stunden später. Wir versuchten es Keni nach zu machen und ein wenig zu schlafen aber durch die ganzen Eindrücke die wir erst einmal verarbeiten mussten, konnte keiner von uns, sich hinlegen.

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Wir unterhielten uns so intensiv über die Ausstellung das die Zeit nur so verflog. Auch die Fahrt mit der Fähre nach Calais verging viel schneller als sie uns in Erinnerung war. Wir fuhren bis nach Belgien und gingen dort auf einen Parkplatz um ein paar Stunden zu schlafen. Dach 3 Stunden waren wir wieder hell wach und machten auf dem Parkplatz ein super gutes Picknick. Ken konnte während der ganzen Fahrt schlafen wie er wollte, er hatte eine eigene Matratze ganz für sich alleine. Auf dem Heimweg machten wir noch einen Abstecher zu einer ganz lieb gewonnen Welpenkäuferin. Ich musste einfach vorbei schauen um Caira wieder einmal in meinen Armen halten zu können. Sie war mit ihrem Frauchen noch an der Arbeit. Caira zeigte mir das ganze Büro, ihre Lieblingsschlafstelle, die war natürlich gleich neben Frauchens Schreibtisch. Es war schön sie wieder zu sehen. Wir sollten noch ihr zu Hause anschauen aber wir und ich denke auch Ken, hatten in den letzten Tagen genug gesehen und waren jetzt doch froh wenn wir wieder nach Hause fuhren. Wir machten dort einen Spaziergang und Keni konnte wieder mal so richtig losrennen.

Wir fuhren dann schweren Herzens wieder los und kamen Abends, zwar etwas müde aber doch froh über diese Reise, gut an. Wir können nur jedem empfehlen sich diese Ausstellung einmal selber anzuschauen. Mit oder ohne Hund. Denn die ganzen Eindrücke die man dort erlebt kann man nicht so einfach nieder schreiben - DAS MUSS MAN ERLEBEN.


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